Artenschutzfachbeitrag

Alle Fledermausarten sind streng geschützt. Das Foto zeigt ein Braunes Langohr (Foto: Günter Bockwinkel).

Artenschutzrechtlich besonders relevant sind die sog. streng geschützten Arten. Es handelt sich um Arten, die im

-   Anhang A der EU-Artenschutzverordnung,

-   Anhang IV der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie oder

-   der Bundesartenschutzverordnung

aufgeführt sind. Ferner nennen die Bundesartenschutzverordnung und die EU-Artenschutzverordnung besonders geschützte Arten. Auch sind alle wild lebenden einheimischen Vogelarten besonders geschützt (Anhang I bzw. Art. 4 der EU-Vogelschutz-Richtlinie). Aus all diesen Arten ist für NRW eine naturschutzfachliche Auswahl getroffen worden, die sog. planungsrelevanten Arten.

Aus dem Artenschutz resultieren ganz neue Anforderungen an die planerische Praxis von Eingriffsvorhaben: Es muss überprüft werden, ob als Folge eines Eingriffs Biotope zerstört werden, die für dort lebende streng geschützte Tier- und Pflanzenarten nicht ersetzbar sind. Außerdem muss nachgewiesen werden, dass durch Planungsvorhaben nicht Individuen von streng geschützten Arten geschädigt werden.

Problematisch kann es sein, wenn für die Abwägung von artenschutzrechtlichen Belangen bei Genehmigungen die erforderlichen Unterlagen fehlen. Dann wird ein Wachtelkönig oder eine Kleine Hufeisennase plötzlich zum Stolperstein für das gesamte Projekt.

Ob Bebauungsplan, Umgehungsstraße oder Gewässerrenaturierung - wir erstellen fundierte artenschutzrechtliche Fachbeiträge, die Konflikte mindern und ausreichende Verfahrenssicherheit gewährleisten.

Baumhöhlen- und Gebäudekontrollen

Baumhöhlen werden regelmäßig von Fledermäusen genutzt.
Die Untersuchung mittels Endoskop-Kamera bringt Klarheit.

Steht die konkrete Maßnahmenumsetzung an, sind als Teillebensraum geeignete Strukturen an Bäumen und Gebäuden vor Ihrer Beseitigung auf die tatsächliche Nutzung durch geschützte Arten zu untersuchen. Häufig erhält der Investor bzw. Träger einer Maßnahme die Veranlassung einer Untersuchung als Auflage.

Meistens geht es um die Fledermäuse: Sind in vorhandenen Bäumen Höhlen vorhanden? Gibt es für Fledermäuse geeignete Einfluglöcher, Spalten oder Fassadenverkleidungen an Gebäuden? Befindet sich darin ein Schlafplatz, eine Wochenstube oder ein Winterquartier?

Zur Klärung dieser Fragen wird zunächst, ggf. unter Zuhilfnahme eines Fernglases, auf entsprechende Strukturen kontrolliert. Anschließend erfolgt die genaue Untersuchung von der Leiter aus; bei höher gelegenen Höhlen arbeiten wir auch mit Baumkletterern zusammen.

Die Begutachtung des Höhleninneren erfolgt mittels Endoskop-Kamera. Bis zu 80 cm weit kann die Kamera in die betreffende Höhle eingebracht und auch gesteuert werden. Ein kleiner Monitor zeigt, ob sich darin Tiere aufhalten. Je nach Ergebnis sind entsprechende Maßnahmen einzuleiten: Bei fehlender Nutzung kann ein Verschließen der Baumhöhle bis zur Rodung sinnvoll sein; sind Tiere vorhanden, muss entweder deren Verlassen des Quartiers abgewartet oder ggf. auch umgesiedelt werden.